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mpu-ablauf.deWann MPU? › MPU ab wann bei Alkohol

MPU bei Alkohol: ab wann wird sie verlangt?

In der Regel ab 1,6 Promille — aber die Leiter beginnt unten: schon ab 0,5 Promille sammelt sich etwas, und ab 1,1 Promille beginnt die absolute Fahruntauglichkeit. Hier die Grenzen der Reihe nach.

Bei Alkohol gibt es nicht die eine Promillezahl, ab der die MPU kommt — es ist eine Leiter mit vier Stufen: 0,5 ‰ (Ordnungswidrigkeit), 1,1 ‰ (absolute Fahruntauglichkeit, Straftat), 1,6 ‰ (MPU in der Regel) und Wiederholung (auch unterhalb dieser Werte). Wo du auf der Leiter stehst, entscheidet, was als Nächstes passiert.

Die Promille-Leiter der Alkohol-MPU

PromilleWas gilt
0,0 ‰ Probezeit und unter 21 Jahren: absolutes Alkoholverbot. Schon ein Bier ist ein Verstoß mit Aufbauseminar und verlängerter Probezeit; bei relevanten Mengen droht die normale Alkohol-MPU.
ab 0,5 ‰ Ordnungswidrigkeit: Geldstrafe, Punkte, Fahrverbot. Einmalig löst das keine MPU aus — Wiederholung kann Eignungszweifel begründen.
ab 1,1 ‰ Absolute Fahruntauglichkeit: Straftat nach § 316 StGB, in der Regel Entziehung der Fahrerlaubnis — und bei der Neuerteilung MPU (Details unten).
ab 1,6 ‰ Die Regel-Grenze der FeV: MPU in der Regel — ausdrücklich auch bei Ersttätern.
Wiederholung Zwei oder mehr Alkohol-Verstöße, auch unter 1,1 ‰, können für sich schon Eignungszweifel auslösen — die Behörde schaut auf das Muster, nicht nur auf den höchsten Wert.

Alle Grenzen sind Bundesrecht (FeV, StVG) und gelten deutschlandweit gleich.

Was das Urteil von 2021 an der 1,6-Grenze geändert hat

Lange galt 1,6 ‰ als die Schwelle, unter der eine Alkohol-MPU praktisch nicht angeordnet wurde. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 17. März 2021 (Az. 3 C 3.20) entschieden, dass die Behörde auch bei 1,1 bis 1,59 ‰ eine MPU anordnen darf — und zwar ausgerechnet dann, wenn der Betroffene keinerlei alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigte. Im konkreten Fall war ein Fahrer mit 1,3 ‰ unauffällig gewesen.

Der Grund: Wer trotz hohen Alkoholwerts unauffällig wirkt, hat vermutlich eine hohe Alkoholgewöhnung — ein Hinweis auf regelmäßigen, starken Konsum. Genau das ist eine Frage, die das MPU-Gutachten klären soll. Für dich bedeutet das: Die 1,6-Grenze ist und bleibt die Regel, aber unterhalb von 1,6 ‰ ist eine MPU-Anordnung seit 2021 rechtlich abgesichert.

Gilt das in jedem Bundesland gleich?

Ja — die Frage „ab wann MPU wegen Alkohol in Bayern, NRW oder Baden-Württemberg" geht oft von der Annahme aus, das sei Ländersache. Ist es nicht: FeV und StVG sind Bundesrecht, die Promille-Grenzen und die MPU-Anordnung gelten überall in Deutschland gleich. Unterschiede zwischen Ländern oder Städten gibt es allenfalls in der Verwaltungspraxis einzelner Führerscheinstellen, nicht in den Grenzwerten selbst.

Was nach der Anordnung auf dich zukommt

Ist die MPU erst einmal angeordnet, zählt nicht mehr die Promillezahl des Anlasses, sondern dein heutiger Konsum und dessen Nachweisbarkeit: Je nach Fall verlangt die Stelle Laborwerte, einen Abstinenznachweis (Urin oder Haar) oder begnügt sich mit dem Gespräch. Was im medizinischen Teil geprüft wird, steht im Detail auf Medizinischer Teil der MPU.

Und was der ganze Weg kostet — Begutachtung, Nachweise, Behörde — rechnet MPU-Kosten bei Alkohol mit zwei Beispielrechnungen auf. Alle anderen Anlässe neben Alkohol findest du auf der Übersicht Wann musst du zur MPU?.

Häufige Fragen

Ab wie viel Promille muss ich zur MPU?

In der Regel ab 1,6 Promille bei einer Trunkenheitsfahrt — das gilt auch für Ersttäter. Ab 1,1 Promille liegt absolute Fahruntauglichkeit vor; nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2021 kann die Behörde schon in diesem Bereich eine MPU anordnen, wenn keine Ausfallerscheinungen festgestellt wurden. Und auch ohne hohen Wert können wiederholte Alkohol-Verstöße ab 0,5 Promille Eignungszweifel begründen.

Gilt die 1,6-Promille-Grenze auch für Ersttäter?

Ja. Die 1,6-Promille-Grenze der FeV kennt keine Schonfrist für Ersttäter: Wer mit 1,6 Promille oder mehr erwischt wird, dem gegenüber ist eine MPU bei der Neuerteilung die Regel. Seit dem BVerwG-Urteil vom 17. März 2021 (3 C 3.20) kann eine MPU sogar ab 1,1 Promille verlangt werden — im entschiedenen Fall war der Betroffene ebenfalls erstmals aufgefallen. Bei 1,1 Promille oder mehr wird daraus eine Straftat nach § 316 StGB: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren und in der Regel ein Fahrverbot; die MPU-Anordnung folgt nach § 13 FeV.

Ist die Alkohol-MPU-Grenze je nach Bundesland verschieden?

Nein. Die Grenzen gelten bundeseinheitlich: FeV, StVG und die Begutachtungsleitlinien sind Bundesrecht — ob Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg, an einer bestimmten Promillezahl ändert das Bundesland nichts. Allenfalls die Verwaltungspraxis einzelner Behörden im Einzelfall kann sich unterscheiden, nicht die Grenzwerte selbst.

Muss ich mit 0,5 Promille zur MPU?

Als einmaliger Vorfall in der Regel nicht — ab 0,5 Promille drohen Geldstrafe, Punkte und Fahrverbot, aber keine automatische MPU. Das ändert sich bei Wiederholung: Wer innerhalb kurzer Zeit mehrfach mit Alkohol am Steuer auffällt, muss auch unter 1,1 Promille mit Eignungszweifeln und damit mit einer MPU-Anordnung rechnen.

Quellen

Zuletzt geprüft am 15. August 2026.

Für die strukturierte Aufarbeitung des eigenen Falls gibt es außerdem mpufy.de (Start: Dezember 2026).

Hinweis: allgemeine Orientierung, ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung. Ob und welche Anforderungen in deinem Fall gelten, klären Fahrerlaubnisbehörde und Begutachtungsstelle.