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Wann verjährt eine MPU?

Die ehrliche Antwort zuerst: Eine feste Verjährungsfrist für die MPU gibt es nicht. Entscheidend ist, ob die Tat noch gegen dich verwertet werden darf: Ist der Eintrag im Fahreignungsregister gelöscht, darf sie dir in der Regel nicht mehr vorgehalten werden (§ 29 Abs. 7 StVG). Hier steht, was das für dich bedeutet.

Die Hoffnung dahinter ist verständlich: Vielleicht wartet man einfach lange genug — und irgendwann ist alles weg? Die Realität ist ernüchternder: Es gibt keine feste Verjährungsfrist für die MPU. Solange die Behörde an der Fahreignung zweifelt und die Tat noch verwertet werden darf, ist das Gutachten der Weg zur Neuerteilung. Was tilgt, sind die Einträge im Fahreignungsregister — und dafür gibt es klare Fristen. Nach der Löschung darf die Tat dir in der Regel nicht mehr vorgehalten werden (§ 29 Abs. 7 StVG).

Die Fristen, die es wirklich gibt

FristDauer und Rechtsgrundlage
Sperrfrist Bei gerichtlichem Entzug 6 Monate bis 5 Jahre, in schweren Fällen für immer (§ 69a StGB); nach 8 Punkten frühestens 6 Monate nach Wirksamkeit der Entziehung (§ 4 Abs. 10 StVG). Erst danach darf eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.
Tilgung 2,5 Jahre Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt oder mit Fahrverbot (§ 29 Abs. 1 StVG).
Tilgung 5 Jahre Straftaten und Ordnungswidrigkeiten mit zwei oder mehr Punkten (§ 29 Abs. 1 StVG).
Tilgung 10 Jahre Straftaten, in denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine Sperre angeordnet wurde (§ 29 Abs. 1 StVG) — also genau der MPU-typische Fall.
MPU-Pflicht selbst Keine feste Verjährungsfrist. Ist der Eintrag gelöscht, darf die Tat in der Regel nicht mehr zu deinem Nachteil verwertet werden (§ 29 Abs. 7 StVG; Ausnahmen gibt es, etwa solange die Tat noch als Grundlage einer gespeicherten Maßnahme genannt ist). Solange sie verwertbar ist, endet die Pflicht nur, wenn die Eignungszweifel ausgeräumt sind — in der Regel durch ein positives Gutachten.

Wichtig: Neue Verstöße verlängern die Tilgungsfristen — die Uhr beginnt dann neu bzw. läuft weiter.

Warum es keine feste Verjährungsfrist gibt

Verjähren können Verfahren und Einträge — die Frage nach deiner Fahreignung richtet sich dagegen nach dem Einzelfall. Die stellt sich der Behörde neu bei jedem Antrag auf Neuerteilung: Sind die Zweifel aus dem alten Vorfall noch berechtigt? Solange die Tat verwertbar ist und sie das nicht verneinen kann, verlangt sie das Gutachten. Ist der Eintrag gelöscht, gilt das Verwertungsverbot aus § 29 Abs. 7 StVG; ob eine der Ausnahmen greift, klärt die Behörde im Einzelfall.

Das 15-Jahre-Gerücht

Im Netz ist zu lesen, nach langen Jahren — oft ist von 15 die Rede — könne der Führerschein „ohne MPU" neu beantragt werden. Der wahre Kern: Sind alle Einträge getilgt und liegt der Vorfall sehr lange zurück, kann eine Behörde im Einzelfall auf ein Gutachten verzichten. Ein Anspruch darauf hast du nicht — und wenn Tatsachen annehmen lassen, dass dir nach so langer Zeit Kenntnisse oder Fähigkeiten fehlen, ordnet sie eine Fahrerlaubnisprüfung an (§ 20 Abs. 2 FeV). Wer bis dahin wartet, hat also über ein Jahrzehnt ohne Führerschein gelebt, um am Ende doch wieder vor einer Prüfung zu stehen.

Wie das mit der Fahrprüfung nach langer Pause funktioniert, steht auf Führerschein zurück nach positiver MPU.

Die Wartezeit richtig nutzen

Statt auf Verjährung zu hoffen, funktioniert die Zeit besser für dich: Jeder Monat Wartezeit kann gleichzeitig Abstinenzzeit sein, die ein eventueller Nachweis braucht (6, 12 oder 15 Monate — je nach Fall). Und die Auseinandersetzung mit Ursachen und Veränderung, die im psychologischen Gespräch entscheidet, braucht ohnehin Zeit. Wer die Wartezeit so nutzt, hat am MPU-Tag einen kürzeren Weg vor sich als jeder, der nur wartet.

Was der ganze Weg kostet und wie du ihn in Etappen zahlst, steht auf MPU-Kosten und Ratenzahlung. Alle Anlässe und Grenzwerte im Überblick: Wann musst du zur MPU?.

Häufige Fragen

Wann verjährt eine MPU?

Eine feste Verjährungsfrist für die MPU-Anordnung gibt es nicht. Solange die Tat verwertet werden darf und die Behörde an deiner Fahreignung zweifelt, verlangt sie bei der Neuerteilung ein Gutachten. Was endet, sind die Fristen drumherum: Einträge tilgen nach § 29 StVG nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren; ist der Eintrag gelöscht, darf die Tat dir in der Regel nicht mehr vorgehalten werden (§ 29 Abs. 7 StVG). Die gerichtliche Sperre nach § 69a StGB läuft nach sechs Monaten bis fünf Jahren ab, kann aber auch für immer angeordnet werden.

Wann sind meine Punkte wieder weg?

Nach § 29 StVG tilgen Einträge im Fahreignungsregister je nach Entscheidung: nach zweieinhalb Jahren bei Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt oder Fahrverbot, nach fünf Jahren bei Straftaten und Ordnungswidrigkeiten mit zwei oder mehr Punkten, nach zehn Jahren bei Straftaten, in denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine Sperre angeordnet wurde. Neue Verstöße verlängern die Tilgung.

Wann kann ich den Führerschein nach der Entziehung wieder beantragen?

Frühestens nach Ablauf der Sperrfrist. Das Gericht setzt sie bei der Entziehung auf mindestens sechs Monate und höchstens fünf Jahre fest (§ 69a StGB). Nach Ablauf kannst du die Neuerteilung beantragen — die Behörde verlangt dann in der Regel das positive MPU-Gutachten. Was dann im Einzelnen zu tun ist, steht auf der Seite Führerschein zurück.

Lohnt es sich zu warten, bis alles getilgt ist?

Eher nicht. Wer Jahre wartet, hat in der Zeit ohne Führerschein gelebt — und einen Anspruch auf Neuerteilung ohne MPU gibt es auch nach Tilgung nicht: Die Behörde kann die Eignung weiterhin bezweifeln und nach langer Fahrpause zusätzlich eine theoretische oder praktische Fahrprüfung verlangen. Die Wartezeit lässt sich besser nutzen: Sie zählt als Abstinenzzeit und Vorbereitungszeit für die MPU.

Verjährt die MPU-Pflicht bei Drogen anders?

Nein, das Muster ist dasselbe: Die zugrunde liegende Tat verjährt je nach Delikt; eine feste Verjährungsfrist für die MPU-Pflicht als solche gibt es nicht, es zählt die Verwertbarkeit der Tat (§ 29 Abs. 7 StVG). Bei Drogen kommt erschwerend dazu, dass der Konsum oft weiter zurückliegt und die Nachweisphase lang ist. Was die Drogen-MPU konkret verlangt, steht auf der Unterseite MPU wegen Drogen.

Verjährt die Unfallflucht selbst?

Die Straftat ja, eine feste Verjährungsfrist für die MPU-Pflicht gibt es dagegen nicht. Unfallflucht nach § 142 StGB verjährt als Vergehen mit einer Höchststrafe bis drei Jahren fünf Jahre nach § 78 Absatz 3 Nummer 4 StGB. Für die Fahrerlaubnisbehörde zählt, ob die Tat noch verwertet werden darf: Solange sie im Fahreignungsregister steht, muss sie die Eignungszweifel ausräumen, nach der Löschung darf sie dir in der Regel nicht mehr vorgehalten werden (§ 29 Abs. 7 StVG). Details zur Unfallflucht stehen auf der gleichnamigen Unterseite.

Quellen

Zuletzt geprüft am 10. Oktober 2026.

Für die strukturierte Aufarbeitung des eigenen Falls soll MPUfy helfen — ein Angebot des Betreibers dieser Seite.

Hinweis: allgemeine Orientierung, ersetzt keine Rechtsberatung. Im Einzelfall gilt, was Fahrerlaubnisbehörde und ggf. Gericht festlegen — im Zweifel rechtlich beraten lassen.