Die Hoffnung dahinter ist verständlich: Vielleicht wartet man einfach lange genug — und irgendwann ist alles weg? Die Realität ist ernüchternder: Die MPU-Pflicht verjährt nicht. Solange die Behörde an der Fahreignung zweifelt, ist das Gutachten der Weg zur Neuerteilung. Was verjährt bzw. tilgt, sind die Einträge in deiner Akte — und dafür gibt es klare Fristen.
Die Fristen, die es wirklich gibt
| Frist | Dauer und Rechtsgrundlage |
|---|---|
| Sperrfrist | Mind. 6 Monate, höchstens 5 Jahre — das Gericht legt sie bei der Entziehung fest (§ 69a StGB). Erst danach darf eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. |
| Tilgung 2,5 Jahre | Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt oder mit Fahrverbot (§ 29 Abs. 1 StVG). |
| Tilgung 5 Jahre | Straftaten und Ordnungswidrigkeiten mit zwei oder mehr Punkten (§ 29 Abs. 1 StVG). |
| Tilgung 10 Jahre | Straftaten, in denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine Sperre angeordnet wurde (§ 29 Abs. 1 StVG) — also genau der MPU-typische Fall. |
| MPU-Pflicht selbst | Keine Verjährung. Sie endet nur, wenn die Eignungszweifel ausgeräumt sind — in der Regel durch ein positives Gutachten. |
Wichtig: Neue Verstöße verlängern die Tilgungsfristen — die Uhr beginnt dann neu bzw. läuft weiter.
Warum die MPU selbst nicht verjährt
Verjähren können Verfahren und Einträge — nicht aber die Frage nach deiner Fahreignung. Die stellt sich der Behörde neu bei jedem Antrag auf Neuerteilung: Sind die Zweifel aus dem alten Vorfall noch berechtigt? Solange sie das nicht verneinen kann, verlangt sie das Gutachten. Im Klartext: Wer die Fahrerlaubnis zurück will, kommt an der MPU fast immer vorbei an nichts.
Das 15-Jahre-Gerücht
Im Netz ist zu lesen, nach langen Jahren — oft ist von 15 die Rede — könne der Führerschein „ohne MPU" neu beantragt werden. Der wahre Kern: Sind alle Einträge getilgt und liegt der Vorfall sehr lange zurück, kann eine Behörde im Einzelfall auf ein Gutachten verzichten. Ein Anspruch darauf hast du nicht — und nach so langer Zeit ohne Fahrpraxis verlangt die Behörde regelmäßig eine theoretische oder praktische Fahrprüfung. Wer bis dahin wartet, hat also über ein Jahrzehnt ohne Führerschein gelebt, um am Ende doch wieder vor einer Prüfung zu stehen.
Wie das mit der Fahrprüfung nach langer Pause funktioniert, steht auf Führerschein zurück nach positiver MPU.
Die Wartezeit richtig nutzen
Statt auf Verjährung zu hoffen, funktioniert die Zeit besser für dich: Jeder Monat Wartezeit kann gleichzeitig Abstinenzzeit sein, die ein eventueller Nachweis braucht (6, 12 oder 15 Monate — je nach Fall). Und die Auseinandersetzung mit Ursachen und Veränderung, die im psychologischen Gespräch entscheidet, braucht ohnehin Zeit. Wer die Wartezeit so nutzt, hat am MPU-Tag einen kürzeren Weg vor sich als jeder, der nur wartet.
Was der ganze Weg kostet und wie du ihn in Etappen zahlst, steht auf MPU-Kosten und Ratenzahlung. Alle Anlässe und Grenzwerte im Überblick: Wann musst du zur MPU?.
Häufige Fragen
Wann verjährt eine MPU?
Nie — eine Verjährung der MPU-Anordnung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Solange die Behörde an deiner Fahreignung zweifelt, verlangt sie bei der Neuerteilung ein Gutachten. Was endet, sind die Fristen drumherum: Punkte tilgen nach § 29 StVG nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren, und die Sperrfrist nach § 69a StGB läuft nach spätestens fünf Jahren ab. An der MPU-Pflicht selbst ändert das nichts.
Wann sind meine Punkte wieder weg?
Nach § 29 StVG tilgen Einträge im Fahreignungsregister je nach Entscheidung: nach zweieinhalb Jahren bei Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt oder Fahrverbot, nach fünf Jahren bei Straftaten und Ordnungswidrigkeiten mit zwei oder mehr Punkten, nach zehn Jahren bei Straftaten, in denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine Sperre angeordnet wurde. Neue Verstöße verlängern die Tilgung.
Wann kann ich den Führerschein nach der Entziehung wieder beantragen?
Frühestens nach Ablauf der Sperrfrist. Das Gericht setzt sie bei der Entziehung auf mindestens sechs Monate und höchstens fünf Jahre fest (§ 69a StGB). Nach Ablauf kannst du die Neuerteilung beantragen — die Behörde verlangt dann in der Regel das positive MPU-Gutachten. Was dann im Einzelnen zu tun ist, steht auf der Seite Führerschein zurück.
Lohnt es sich zu warten, bis alles getilgt ist?
Eher nicht. Wer Jahre wartet, hat in der Zeit ohne Führerschein gelebt — und einen Anspruch auf Neuerteilung ohne MPU gibt es auch nach Tilgung nicht: Die Behörde kann die Eignung weiterhin bezweifeln und nach langer Fahrpause zusätzlich eine theoretische oder praktische Fahrprüfung verlangen. Die Wartezeit lässt sich besser nutzen: Sie zählt als Abstinenzzeit und Vorbereitungszeit für die MPU.
Verjährt die MPU-Pflicht bei Drogen anders?
Nein, das Muster ist dasselbe: Die zugrunde liegende Tat verjährt je nach Delikt, die MPU-Pflicht als solche nicht. Bei Drogen kommt erschwerend dazu, dass der Konsum oft weiter zurückliegt und die Nachweisphase lang ist. Was die Drogen-MPU konkret verlangt, steht auf der Unterseite MPU wegen Drogen.
Verjährt die Unfallflucht selbst?
Die Straftat ja, die MPU-Pflicht nein. Unfallflucht nach § 142 StGB verjährt als Vergehen mit einer Höchststrafe bis drei Jahren fünf Jahre nach § 78 Absatz 3 Nummer 4 StGB. Eignungszweifel der Behörde verjähren aber nicht: Wer den Führerschein zurück will, muss sie ausräumen, egal wie alt der Vorfall ist. Details zur Unfallflucht stehen auf der gleichnamigen Unterseite.
Quellen
- StVG § 29 — Tilgungsfristen im Fahreignungsregister
- StGB § 69a — Sperre für die Erteilung der Fahrerlaubnis
- FeV § 11 — Fahreignung und Begutachtung
Zuletzt geprüft am 15. August 2026.
Für die strukturierte Aufarbeitung des eigenen Falls gibt es außerdem mpufy.de (Start: Dezember 2026).