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mpu-ablauf.deWann MPU? › Alkohol auf dem Fahrrad

Alkohol und Fahrrad: Was auf dich zukommen kann

Betrunken radeln ist keine Kleinigkeit: Ab 1,6 Promille wird es zur Straftat — und zur MPU, auch für deinen Pkw-Führerschein. Hier stehen alle Grenzen.

Viele halten das betrunkene Radfahren für das kleine Risiko neben dem Auto. Rechts ist es das nicht: Das Fahrrad ist ein Fahrzeug im Sinne des § 316 StGB — und die Promillegrenzen, die für Radfahrer gelten, haben es in sich. Besonders tückisch: Ab 1,6 Promille greift die MPU-Anordnung auch dann, wenn du nie betrunken Auto gefahren bist.

Die kurze Antwort

Wie viel Alkohol ist auf dem Fahrrad erlaubt? Es gibt keine feste Freigrenze — aber zwei entscheidende Marken. Ab 0,3 Promille plus Ausfallerscheinungen (Schlangenlinien, Stürze) wird es eine Straftat nach § 316 StGB. Ab 1,6 Promille gilt absolute Fahruntüchtigkeit — das bedeutet Strafverfahren, in der Regel eine MPU-Anordnung nach § 13 FeV und damit die Gefahr für den Pkw-Führerschein. Die 0,0-Grenze für Fahranfänger gilt auf dem Fahrrad nicht.

Die Promille-Leiter fürs Fahrrad

BereichRechtliche Folge
Unter 0,3 ‰ ohne Ausfallerscheinungenkein Alkoholdelikt (allgemeine Verkehrssicherheit bleibt Pflicht)
0,3 – 1,59 ‰ mit Ausfallerscheinungenrelative Fahruntüchtigkeit — Straftat nach § 316 StGB (Schlangenlinien, Stürze, Unfall)
1,6 ‰ und mehrabsolute Fahruntüchtigkeit — Straftat nach § 316 StGB, in der Regel MPU-Anordnung nach § 13 Satz 1 Nr. 2c FeV (gilt dem Pkw-Schein)
S-Pedelec (bis 45 km/h) und Kfzgelten als Kraftfahrzeuge: 0,5 ‰ Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 ‰ absolute Fahruntüchtigkeit — Details in der Promille-Übersicht fürs Auto

Die Grenzwerte beruhen auf § 316 StGB, §§ 24a, 24c StVG und der Fahrerlaubnis-Verordnung; die 1,6-‰-Marke für Radfahrer ist durch obergerichtliche Rechtsprechung gefestigt (Stand: August 2026).

Fahrrad ≠ Auto: warum andere Grenzen gelten

Fürs Auto gilt die bekannte Leiter 0,5 / 1,1 / 1,6 Promille — abrufbar auf Wann MPU wegen Alkohol? Die Grenzen im Überblick. Fürs Fahrrad hat die Rechtsprechung andere Marken gesetzt: 1,6 statt 1,1 Promille für die absolute Fahruntüchtigkeit, weil ein Radfahrer weniger Gefahr verursacht als ein Auto. Die MPU-Folge ist trotzdem dieselbe Adresse: dem Führerschein. Wer mit 1,6 Promille aufs Rad steigt, zeigt der Behörde, dass er Trinken und Fahren nicht trennt — und genau das prüft die MPU. Auch die E-Scooter-Regeln sind strenger, als viele denken: E-Scooter und Alkohol zählt rechtlich zum Kraftfahrzeug.

Was nach 1,6 Promille konkret passiert

Der Ablauf ist meist derselbe: Die Polizei misst (in der Regel Blutalkohol), es gibt ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr, und die Fahrerlaubnisbehörde wird informiert. Diese ordnet nach § 13 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c FeV ohne weitere Prüfung ein medizinisch-psychologisches Gutachten an. Prüfungsgegenstand ist die Alkohol-Fragestellung: Trinkgewohnheiten, Trennfähigkeit, Veränderung. Wie so eine Begutachtung abläuft, beschreibt das MPU-Gutachten im Detail; um die Sperrfristen vor der Neuerteilung geht es bei Sperrfrist und gesperrte Zeit.

Wichtig für die realistische Planung: Eine Alkohol-MPU bedeutet je nach Fall auch Abstinenznachweise über Monate. Was das kostet und wie lange es dauert, steht auf MPU-Kosten bei Alkohol und beim Überblick: Wann wird eine MPU fällig?.

Probezeit, unter 21 und das Fahrrad

Die 0,0-Regel aus § 24c StVG gilt ausdrücklich nur für Kraftfahrzeuge — in der Probezeit und vor dem 21. Geburtstag. Auf dem Fahrrad greift sie nicht. Aber Vorsicht mit der Schlussfolgerung: Ein Alkoholvorfall mit dem Rad kann in der Probezeit trotzdem kippen. Wer auffällig wird, riskiert je nach Fall ein Aufbauseminar, eine verlängerte Probezeit oder — bei gravierenden Vorfällen — Eignungszweifel bis hin zur MPU. Fahranfänger fahren mit Alkohol grundsätzlich am sichersten, wenn sie weder Auto noch Rad antasten.

Häufige Fragen

Gilt die 0,0-Promille-Grenze fürs Fahrrad?

Nein. Die 0,0-Grenze aus § 24c StVG gilt nur für Kraftfahrzeuge — also in der Probezeit und unter 21 Jahren am Steuer von Pkw, Motorrad oder E-Scooter. Auf dem Fahrrad gibt es keine generelle 0,0-Pflicht. Trotzdem gilt: Wer betrunken auffällig radelt, kann sich ab 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen nach § 316 StGB strafbar machen.

Brauche ich nach 1,6 Promille auf dem Fahrrad wirklich eine MPU?

Ja, das ist die Regelfolge. Nach § 13 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c FeV ordnet die Fahrerlaubnisbehörde bei 1,6 Promille oder mehr eine MPU an — unabhängig davon, ob du Auto oder Fahrrad gefahren bist. Der Grund: Wer beim Radfahren nicht zwischen Trinken und Fahren trennt, dem traut die Behörde die Trennung auch beim Auto nicht zu. Die MPU gilt also deinem Pkw-Führerschein, selbst wenn du nie betrunken Auto gefahren bist.

Gibt es Fahrverbot fürs Fahrrad?

Nein, ein Fahrverbot im juristischen Sinne gibt es nur für Kraftfahrzeuge — ein Radfahrer hat keinen Führerschein, der gesperrt werden könnte. Möglich sind aber Geldstrafe oder Bußgeld, Punkte im Fahreignungsregister und bei 1,6 Promille oder mehr die MPU-Anordnung mit dem Risiko, dass der Pkw-Führerschein entzogen wird, wenn die MPU nicht bestanden wird.

Darf ich ein betrunkenes Fahrrad schieben?

Ja. Schieben gilt rechtlich nicht als Führen eines Fahrzeugs. Wer zu betrunken zum Radfahren ist, darf das Fahrrad schieben und sich daneben hergeben — das ist die sichere und legal saubere Alternative. Wichtig ist die echte Trennung: Aufsitzen und losfahren ist wieder Führen.

Hinweis: allgemeine Orientierung, ersetzt keine Rechtsberatung. Was in deinem konkreten Fall gilt, klären Fahrerlaubnisbehörde und gegebenenfalls eine im Verkehrsrecht spezialisierte Anwältin oder ein Anwalt.