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MPU-Beratung: kostenlos oder privat — was du erwarten darfst

Beratung vor der MPU gibt es kostenlos und kostenpflichtig. Beide Wege können tragen — entscheidend ist, dass niemand dir ein Ergebnis verspricht, das er nicht kontrolliert.

Beratung vor der MPU ist kein Pflichtprogramm und kein Wundermittel. Sie ist dann wertvoll, wenn sie deinen Fall sortiert und dir sagt, welche Schritte wirklich nötig sind — und welche nicht.

Die kurze Antwort

MPU-Beratung gibt es kostenlos — etwa bei Suchtberatungsstellen und in den Infoabenden der anerkannten Begutachtungsstellen — und privat bei Verkehrspsychologen, einzeln oder in der Gruppe. Kein Anbieter kann ein positives Gutachten garantieren: Seriöse Beratung sortiert deinen Fall, benennt ihre Grenzen und ist transparent bei den Kosten.

Die drei Wege zur Beratung

WegWer das anbietetKostenWas du erwarten darfst
Kostenlose Stellen Suchtberatungsstellen (z. B. Caritas, kommunale Stellen); Infoabende der anerkannten Begutachtungsstellen 0 € Erste Orientierung, Ablauf, Ansprechpartner — und bei Suchtfragen die passende Anbindung
Private Beratung Verkehrspsychologen und Beratungspraxen, einzeln oder in der Gruppe ab ca. 100 € je Einzelgespräch; Gruppe ca. 500–600 € Arbeit am eigenen Fall, Vorbereitung des Gesprächs, Planung der Nachweise
Online Anbieter, die ihre Beratung per Video anbieten unterschiedlich, oft wie vor Ort Gleiche Inhalte ohne Anfahrtswege — gleiche Prüfkriterien bei der Auswahl

Die kostenlosen Wege sind kein Notnagel. Die Caritas bietet Suchtberatung kostenlos und anonym an und führt auch Informations- und Motivationskurse zur MPU-Vorbereitung durch. Die großen Begutachtungsträger laden zu kostenlosen Infoabenden ein — dort erfährst du den Ablauf aus erster Hand, ohne Beauftragung und ohne Verpflichtung.

Was seriöse Beratung leistet — und was nicht

Seriöse Beratung sortiert deinen Fall: Sie liest deine Anordnung mit dir, klärt welche Nachweise verlangt werden, ordnet die Vorgeschichte und macht einen Zeitplan. Sie klärt dich über Leistung und Kosten auf und sagt dir offen, wo ihre Grenzen liegen.

Sie leistet nicht: keine Bestehensgarantie, keine „Abkürzung ohne Abstinenz“, keine fertigen Antworttexte für das Gespräch. Das ist keine Bescheidenheit, sondern Logik — die Begutachtungsstelle entscheidet anhand der Beurteilungskriterien, und sie darf von einer Beratungsstelle nicht beeinflusst werden. Ein Träger einer Begutachtungsstelle darf nach Anlage 14 FeV nicht einmal selbst vorbereiten oder Kurse anbieten.

Der härteste Warnsignale-Test: Frag im Erstgespräch, was passiert, wenn das Gutachten negativ ausfällt. Wer darauf eine Garantie oder eine Rückerstattung anbietet, hat dir gerade gezeigt, dass er sein Geschäft nicht kennt — oder dass er dir etwas verkaufen will, das er nicht kontrolliert.

Kostenüberblick — und wer was bezahlt

Die wichtigste Trennung: Beratung und Begutachtung sind zwei Rechnungen von zwei verschiedenen Stellen.

PostenRichtwertGezahlt von
Infoabend / Suchtberatung0 €
Einzelberatung (verkehrspsychologisch)ca. 80–150 € je Stunde, ab ca. 100 € je Gesprächdir
Gruppenberatung / Vorbereitungskursca. 500–600 €dir
MPU-Begutachtung (je Anlass)ca. 400–960 €dir — „auf seine Kosten“ nach § 11 Abs. 6 FeV
Entwöhnungsbehandlung (falls nötig)Rentenversicherung oder Krankenkasse (medizinische Rehabilitation)

Die Kosten der Begutachtung sind gesetzlich nicht geregelt; die Preise legen die Stellen seit 2018 selbst fest. Die MPU ist auch keine Kassenleistung: Sie gehört zum Fahrerlaubnisverfahren, nicht zur Krankenbehandlung. Anders liegt es bei einer Suchtbehandlung — eine Entwöhnungsbehandlung ist eine Leistung der medizinischen Rehabilitation und wird von der Rentenversicherung oder, wenn deren Voraussetzungen nicht erfüllt sind, von der Krankenkasse getragen. Was in deinem Fall gilt, sagt dir die Krankenkasse verbindlich.

So findest du die richtige Beratung — Checkliste

  • Qualifikation erfragen: Diplom-Psychologe oder Masterabschluss in Psychologie? Verkehrspsychologische Ausbildung? Regelmäßige Fortbildung?
  • Nach der Unabhängigkeit fragen: Arbeitet die Person oder das Haus auch für eine Begutachtungsstelle? Das muss getrennt sein.
  • Leistung und Kosten schriftlich: Umfang, Anzahl der Sitzungen, Preis, Zahlungsweise, Beendigung — vor der ersten bezahlten Sitzung.
  • Keine Garantien akzeptieren: Wer das Bestehen verspricht, ist raus.
  • Erst lesen lassen: Ein guter Berater will Anordnung, Urteil, Schriftverkehr und vorhandene Befunde sehen — bevor er etwas empfiehlt.
  • Schriftliches Ergebnis verlangen: Aufzeichnungen, Beratungsergebnis oder Teilnahmebescheinigung.

Wenn du noch zwischen den Formen schwankst: Die Entscheidungshilfe unter Coaching: lohnt sich das? geht genau dieser Frage nach, und die Grundlagen zur Vorbereitung stehen unter MPU-Vorbereitung.

Beratung, Vorbereitung, Coaching — der kurze Vergleich

FormTypischPasst zu
Kostenlose BeratungInfoabend, Suchtberatungerster Überblick, Orientierung, Suchtfragen
Verkehrspsychologische BeratungEinzelgespräch, anerkannt nach § 2a Abs. 7 StVGFahrerlaubnis auf Probe, konkrete Standortbestimmung
VorbereitungskursGruppe, festes Programm, mehrere Terminestrukturiertes Arbeiten mit Gleichgesinnten
Coachingbegleitete Aufarbeitung über die VorbereitungszeitFall mit Vorgeschichte, der durchgehend Betreuung braucht

Die Abgrenzung zur Fachkraft selbst — was ein Verkehrspsychologe darf und was nicht — steht unter Verkehrspsychologe. Und wenn du inzwischen weißt, dass du begutachtet wirst, hilft MPU-Stellen in der Nähe beim nächsten Schritt.

Häufige Fragen

Was kostet MPU-Beratung — und gibt es sie kostenlos?

Kostenlos sind die Infoabende der anerkannten Begutachtungsstellen und die Suchtberatungsstellen. Private Angebote kosten je nach Form: Einzelberatung startet laut ADAC ab rund 100 Euro pro Gespräch (nach Anbieterangaben 80 bis 150 Euro je Stunde), Gruppensitzungen liegen häufig zwischen 500 und 600 Euro. Die Begutachtung selbst kostet je Anlass rund 400 bis 960 Euro und wird nach § 11 Abs. 6 FeV von dir getragen.

Soll ich online oder vor Ort beraten lassen?

Beides kann seriös sein — die Kriterien sind dieselben: nachweisbare Qualifikation, keine Garantien, transparente Kosten, kein Druck, schriftliches Ergebnis. Online spart Wege, vor Ort erlaubt einen persönlichen Eindruck von Räumen und Ablauf. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Beratung getrennt von deiner Begutachtungsstelle bleibt: Ein Träger darf keine Vorbereitung anbieten.

Kann Beratung die MPU ersetzen?

Nein. Die MPU ist ein behördlich angeordnetes Gutachten; Beratung verändert daran nichts. Sie hilft dir, den Fall zu sortieren und die nächsten Schritte richtig zu setzen — aber ob du geeignet bist, entscheidet allein die Begutachtungsstelle anhand der Beurteilungskriterien. Wer dir sagt, du könntest dir mit einer Beratung die MPU sparen, meint meist etwas anderes, als du verstehst.

Woran erkenne ich unseriöse Angebote?

An Versprechen, die niemand halten kann: Bestehensgarantie, Geld-zurück-Zusage, 100 Prozent, garantierte Abstinenz ohne Programm. Dazu kommen Druck im Erstgespräch, einstudierte Antworttexte, Kosten, die erst im Vertrag auftauchen, und Angebote über teure Sonderrufnummern. Die BASt nennt genau diese Punkte als Warnsignale — und § 5 Abs. 2 Nr. 1 UWG stellt irreführende Angaben über zu erwartende Ergebnisse unter Strafe.

Was bringt eine Beratung vor der Vorbereitung?

Sie klärt drei Dinge, die du später nicht mehr ändern kannst: welche Nachweise in deinem Fall verlangt werden, welcher Zeitraum realistisch ist und worauf das psychologische Gespräch hinausläuft. Wer das vor dem ersten Labortermin weiß, verliert keine Monate. Wer erst nach dem Start merkt, dass die Methode nicht anerkannt wird, verliert sie doppelt — einmal beim Labor und einmal beim Warten.

Quellen

Zuletzt geprüft am 17. September 2026.

Wenn du deinen Fall strukturiert aufarbeiten willst, gibt es außerdem MPUfy (Start: Dezember 2026).

Hinweis: Diese Seite bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung, keine medizinische oder psychologische Beratung und keine verbindliche Auskunft deiner Fahrerlaubnisbehörde oder Begutachtungsstelle. Was in deinem Fall gilt, steht in deiner Anordnung — und nur dort.